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Frischpasta

Tortelloni, Tagliatelle und Cappelletti sind echte Klassiker der italienischen Küche und reich an Kohlenhydraten, Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen. Während Pasta traditionell aus Hartweizen und Wasser hergestellt wird, enthält Frischpasta zusätzlich Ei. Um das Produkt aus dem Kühlregal „al dente" zu genießen, muss die Pasta nur wenige Augenblicke gekocht werden und sorgt im Alltag für unkomplizierte Abwechslung auf dem Tisch.

Die Frischpasta mit dem PRO PLANET-Label wird in Deutschland produziert. Die für die Frischpasta verwendeten Hauptzutaten sind Hartweizen und Eier. Während der Hartweizen aus Deutschland, Frankreich und Kanada kommt, stammen die Eier ausschließlich aus deutschen Betrieben.

Hartweizen und Ei – an diesen beiden wesentlichen Inhaltsstoffen setzt auch der Hebel für eine nachhaltigere Produktion von Frischpasta an. Das PRO PLANET-Label für Frischpasta erhalten daher nur Hersteller, bei denen durchschnittlich 50 Prozent der verarbeiteten Hartweizenmenge aus nachhaltigerem Anbau in Deutschland stammt (massenbilanziert).

Die Eier für Frischpasta mit dem PRO PLANET-Label stammen aus landwirtschaftlichen Betrieben, die ab dem Zeitpunkt der PRO PLANET-Auslobung auf den Einsatz gentechnisch veränderter Futtermittel verzichten (massenbilanziert). Diese Betriebe haben sich darüber hinaus verpflichtet, bei der Fütterung ihrer Legehennen langfristig vollständig auf Soja aus Übersee zu verzichten: Ab Ende 2014 ist der Anteil an Übersee-Soja von 20 auf maximal 10 Prozent der gesamten Futtermittelration reduziert worden. Ab 2015 werden unter Berücksichtigung der Verfügbarkeit von Alternativen für Soja aus Übersee weitere Reduktionsschritte definiert. Ziel ist es, dass bis Ende 2016 die Eier der PRO PLANET-Frischpasta ohne Soja-Futter aus Übersee erzeugt werden. Zusätzlich sollen die Haltungsbedingungen der Legehennen verbessert werden. Dazu arbeitet die REWE Group mit der Hochschule Osnabrück zusammen.

Sowohl beim Hartweizen als auch bei den Eiern wird die Massenbilanzierung als Übergangssystem verwendet.

>> Auf der Rohstoffseite Soja erfahren Sie mehr darüber, wie sich die REWE Group für einen ressourcenschonenderen Anbau von Futtermittel einsetzt.

HIER ERFAHREN SIE MEHR DARÜBER, WIE SICH DIE REWE GROUP FÜR EINE TIERGERECHTERE HALTUNG VON LEGEHENNEN EINSETZT.

Legehennen sind in der konventionellen Haltung oft großem sozialen Stress ausgesetzt und neigen wegen der hohen Zahl an Tieren auf engem Raum zu Federpicken und Hacken. Um die Verletzungsgefahr zu verringern, wird den Tieren in den ersten Lebenstagen die Schnabelspitze gekürzt – ein schmerzhafter Vorgang, da der Schnabel ein hochsensibles Organ ist.

Um die Situation der Legehennen zu verbessern, arbeitet die REWE Group mit der Hochschule Osnabrück zusammen. Auf Seminaren erlernen Teilnehmer praktische Fähigkeiten, die ihnen dabei helfen, Federpicken und Hacken bei Tieren mit ganzen Schnäbeln zu verhindern: Wie lassen sich potenzielle Risikofaktoren erkennen? Und mit welchen Maßnahmen kann man rechtzeitig gegensteuern? Neben dem optimalen Management für einen guten Umgang mit schnabelunbehandelten Jung- und Legehennen lernen die Teilnehmer auch, wie sie die Gesundheit ihrer Tiere am besten fördern - und erhalten. Dabei wird der sogenannte „Train the trainer"-Ansatz angewendet: Er fördert eigenverantwortliches Handeln, schafft ein Problembewusstsein und befähigt die Teilnehmer, ihr Wissen an andere Mitarbeiter weiter zu geben.

Darüber hinaus muss jeder PRO PLANET-Eier-Lieferant mindestens eine Herde mit Tieren haben, deren Schnäbel nicht gekappt wurden. Bei ihnen sollen Erfahrungen gesammelt werden, welche Haltungsbedingungen notwendig sind, damit trotz des Verzichts auf das Schnäbelkürzen kein Federpicken und in der Folge auch kein Kannibalismus bei den Herden ausbricht.

Insgesamt möchte die REWE Group auf diese Art und Wiese gemeinsam mit den Projektpartnern dazu beitragen, dass mittelfristig möglichst keine Schnäbel von Legehennen mehr schmerzhaft gekürzt werden müssen.

Bisher kann nicht garantiert werden, dass sich die PRO PLANET-Maßnahmen in jeder Packung Frischpasta nachweisen lassen. Die Eier werden getrennt in der Fabrik angeliefert, dort aber vermischt. Eine Segregation der Zutaten bis zum Endprodukt ist aus produktionstechnischen Gründen nicht möglich. Deshalb kommt in diesem Falle das Verfahren der Massenbilanzierung zum Einsatz. Hierbei wird sichergestellt, dass die erworbene Menge nachhaltigerer Eier mit der für die Frischpasta notwendigen Menge übereinstimmt.

HIER ERFAHREN SIE MEHR DARÜBER, WIE SICH DIE REWE GROUP FÜR EINE NACHHALTIGERE PRODUKTION VON HARTWEIZEN EINSETZT.

Wichtig für den Anbau von Hartweizen sind neben einem nährstoffreichen Boden vor allem viele Sonnenstunden, hohe Temperaturen und eine geringe Niederschlagsmenge. Deswegen wird Hartweizen in Europa vor allem im Süden angebaut. Um den hohen Bedarf zu decken, wird zudem ein Großteil des benötigten Hartweizens aus anderen Regionen wie Nordamerika importiert. Aber auch in Deutschland wird Hartweizen angebaut, zum Beispiel in Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Eine Analyse im Auftrag der REWE Group hat ergeben, dass beim Hartweizenanbau in einigen Regionen in Mittel- und Südeuropa große Mengen Dünge- und Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Diese können sich in der Umwelt anreichern und u.a. negative Einflüsse auf das Grundwasser haben. In nordamerikanischen Betrieben wurde kein überhöhter Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln festgestellt, hier ist jedoch der lange Transportweg nach Deutschland ökologisch bedenklich, da er hohe CO2-Emissionen mit sich bringt.

Um zum einen auf den langen Transport des Hartweizens aus Nordamerika zu verzichten und zum anderen die Vielfalt angebauter Getreide in Deutschland zu erhöhen, aber auch um regionale Wirtschaftskreisläufe zu fördern, setzt die REWE Group im Rahmen des PRO PLANET-Frischpastaprojektes vermehrt auf die Verwendung von deutschem Hartweizen.

Bewertung ökologischer Indikatoren
Diese Maßnahme ist jedoch nur dann sinnvoll, wenn gewährleistet ist, dass der verwendete aus Deutschland stammende Hartweizen auch nachhaltig angebaut wurde. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, hat die REWE Group im Rahmen einer Studie sechs landwirtschaftliche Modellbetriebe in Deutschland definiert, die als Hartweizenerzeuger die geübte landwirtschaftliche Praxis in der Region widerspiegeln. Durch die Unterstützung des INL (Privates Institut für nachhaltige Landbewirtschaftung GmbH) in Halle wurden die relevanten ökologischen Indikatoren wie der Pflanzenschutzmitteleinsatz definiert. Danach wurden die Daten der landwirtschaftlichen Modellbetriebe der Anbaujahre 2009 bis 2011 ausgewertet.

Die Auswertungen haben ergeben, dass die untersuchten Modellbetriebe im Durchschnitt eine nachhaltigere Wirtschaftsweise realisieren. Jedoch muss auch festgestellt werden, dass jeder einzelne Betrieb bei einigen Indikatoren hervorragende Nachhaltigkeitsleistungen erbringt, hingegen bei anderen Indikatoren gleichzeitig Defizite aufweist.

Förderung der am Nachhaltigkeitssystem beteiligten Erzeuger
Da die Ergebnisse zeigen, dass bereits mit der aktuellen Bewirtschaftungsweise des deutschen Hartweizenanbaus keine gravierenden ökologischen Hot Spots verbunden sind, hat sich die REWE Group entschieden, sukzessive den Anteil an deutschem Hartweizen in der Frischpasta zu erhöhen. Das bedeutet, dass innerhalb des ersten Projektjahres ab Oktober 2012 durchschnittlich 40 Prozent der für die PRO PLANET-Frischpasta benötigten Hartweizenmenge, aus den beteiligten deutschen landwirtschaftlichen Betrieben stammte. Innerhalb des zweiten Projektjahres hat die REWE Group im Rahmen des Maßnahmenplans den Anteil dieser Hartweizenmenge auf durchschnittlich 50 Prozent gesteigert. Im Anschluss soll der Anteil in Abhängigkeit von den Erfahrungen in Bezug auf die deutschen Erntequalitäten und -erträge erneut überprüft werden. Die kontinuierliche Erhöhung trägt dazu bei, dass die Fruchtfolgen der hiesigen Landwirtschaft artenreicher gestaltet und regionale Wirtschaftskreisläufe gefördert werden.

Darüber hinaus haben aber unterschiedliche Ergebnisse bei jeweiligen Indikatoren gezeigt, dass auf einzelbetrieblicher Ebene immer noch Verbesserungspotentiale zur Förderung der Nachhaltigkeit existieren. Um diesem Anspruch Rechnung zu tragen, sind die Hartweizenerzeuger aufgefordert einzelbetriebliche Entwicklungspläne zu erarbeiten, um die jeweils relevanten Faktoren im Zeitablauf zu verbessern. Damit dieser angestrebte kontinuierliche Verbesserungsprozess auch sichtbar gemacht werden kann, werden zukünftig die Betriebsauswertungen weiter fortgeführt.

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Kurz und Gut

Ziele:

Umweltschonenderer Futtermittel- und Hartweizenanbau

Maßnahmen:

Futtermittel ohne Gentechnik, Hartweizen aus nachhaltigerem, deutschem Anbau

Herkunft:

Hartweizen aus Kanada, Frankreich und Deutschland, Eier aus Deutschland